Was haben Darm-Bakterien und Landwirtschaft mit meinem Körpergewicht zu tun?

E. Colibakterien, wie sie im Darm und im Boden vorkommen
Geschrieben von Christian Wilburger am Februar 22, 2019 in Ernährung Gewichtsmanagement

Was haben Darm-Bakterien und Landwirtschaft mit meinem Körpergewicht zu tun?

Eine spannende Frage oder? Die Antworten und Thesen dazu sind noch spannender. Heute teile ich einige Gedanken und Thesen, wie die Gesundheit des Menschen durch die jeweiligen Darm-Bakterien bestimmt wird.

Seit vielen Jahren suchen Forscher schon «dem Stein der Weisen» für unsere Gesundheit. Man könnte sagen, dass sie ihn gefunden haben. Eine interessante These hat Dr. med. Rusch (1906-1977) aufgestellt. Er hat sich auch mit Bodenfruchtbarkeit beschäftigt. Er sagte, «Es finden sich die gleichen Bakterien im Verdauungsrohr (Darm) des Menschen, wie auch in den einzelnen Boden-schichten.» Ja richtig gelesen, es geht um Erde.

Ein paar Fakten über unser Thema Darm-Bakterien:

  1. Früher hiess die Gesamtheit der Bakterien im Menschen und im Boden Bakterienflora. Heute nennt man das Mikrobiom. Flora ist der Überbegriff für Pflanzen, Bakterien sind aber Mikroorganismen. Deshalb Mikrobiom.
  2. Das Mikrobiom im Darm steht mit dem Mikrobiom der Haut, der Lungenschleimhaut, der Harnwege und der Vagina im Gleichgewicht.


Meine These: Bodenfruchtbarkeit und Gesundheit des Menschen wird massgeblich durch die jeweiligen Mikrobiome definiert.

Das ist jetzt sicher nicht so einfach zu verdauen, kann ich verstehen. Ich brauchte selbst mehrere Jahrzehnte in biolandwirtschaftlichem Landbau und ganzheitsmedi-zinische Praxis. Wenn wir Menschen abnehmen wollen, hängt dies logischweise stark mit einem gesunden Darm zusammen. Denn hier geht es um Verwertung von Nahrung. Um diesen Zusammenhang besser zu verdeutlichen, bleiben wir bei dem naheliegenden Vergleich zum Boden.

 

Darf ich Euch zu einem kleinen Ausflug in die Landwirtschaft entführen?

Es gibt im Wesentlichen 2 Richtungen. Der konventionelle Anbau und der Öko-Landbau

Der konventionelle Anbau betreibt intensiven Landbau auf meist sehr grossen Flächen. In Monokulturen werden enorme Mengen von mineralischen Düngern sowie Herbiziden und Pestiziden notwendigerweise eingesetzt. Diese Böden enthalten dadurch kaum noch Bakterien, Würmer, Pilze, Insekten, usw., die ja alle mit ihrer Arbeit zu einer hohen Bodenfruchtbarkeit beitragen. Diese Böden sind nach jahrelanger Auszehrung arm an allem, eine Regeneration würde Jahre dauern.

Beim Öko-Landbau gilt es, die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen mittels Bodenpflege. Die Bodenorganismen werden vermehrt vor allem das intakte Mikrobiom natürlich gepflegt. ‘Das Warum’ erklärt sich hier schon fast von selbst. Die Immunstärke der Nutzpflanzen wird verbessert. Deren Nährstoffgehalt steigt ganz natürlich an und zu guter letzt wird auch noch der Geschmack der Früchte, z.B. der Oliven oder Weintrauben und folgend des Weines vorteilhaft beeinflusst.

 

Der Humus ist wie der Darm

Die Grundlage für all das bildet der Humus, also der organische Anteil des Bodens. Im konventionellen Landbau ist dieser Anteil quasi nicht mehr vorhanden. Wir leiten für unsere Darm-Gesundheit ab: Demnach ist die Pflege unserer Darmbakterien (Mikrobiom) für unsere Gesundheit ganz wichtig!

 

Welche Funktionen hat das Darm-Mikrobiom beim Abnehmen

  1. Die Entgiftung leisten spezifische Bakterienstämme, die z.B. Schwermetalle aufnehmen können.
  2. Darm-Bakterien bilden z.B. Vitamin B12 und Buttersäure zum Schutz der Darm-schleimhaut.
  3. Die Bakterien kommunizieren mit unserem Immunsystem im Darm (ca. 75% des Gesamten) und sind Teil des Abwehrsystems.
  4. Die Gegenwart und Arbeit der Darm-Bakterien verbraucht Kalorien (ca. 200 kcal.) am Tag.
  5. Die kleinen Helferlein entscheiden auf Grund der Mehrheit einzelner Stämme über füllige Körper-Konturen oder über die Schlankheit.

 

Wie wir die Bakterien füttern

Übergewicht ist ja auch Ausdruck ungesunder Lebens- und Ernährungsweise. Wenn ich meine Darmbakterien hochkalorisch (viel Kalorien), fettreich und mit Industrienahrung «füttere», wachsen folgerichtig die Firmicutes Bakterienstämme, die sogar aus Papier Nährstoffe ziehen können. Die Schöpfung hat uns diese für die Zeiten der Mangelernährung «geschenkt», das scheint logisch. «Ich schaue Nahrung nur an und nehme zu».

Diese Aussage passt genau zu diesem Prozess. Die Freunde der Bacteroides hingegen- Bakterienstämme machen uns leicht, mit wenig Hüftgold. Eben einfach lässig. Das sind die Typen, denen man neidvollen Blickes jeden kalorienschweren Bissen in den Mund verfolgt, die werden einfach nicht dick. Die Schlankmacher-Bakterien sind am Werk.

Pflanzliche Nahrung von fancycrave-584267-unsplash

Gemüse, pflanzliche Nahrung

 

Kompost für den Boden sind Pflanzenfasern für den Darm

Nun mein Vergleich mit dem Boden. Ein exzellenter Boden Verbesserer im Ökolandbau ist der Kompost aus organischen Abfällen. Hochwertig, nährstoffreich, reich an Bakterien und anderen Bodenorganismen. Kompost dient als Milieu-Verbesserer im Boden. Natürlich trägt er auch zu einem gesunden Wasserhaushalt des Bodens bei. Ich behaupte nun, dass Pflanzenfasern und pflanzliche Nahrung (als Frischkost bezeichnet) den gleichen Effekt haben könnten. Nur, wenn vorher der Darm (vgl. Boden) nicht mehrfach mit Antibiotika, Hormonen, Schmerzmitteln… für das Wachstum gesunder und „schlankmachender Bakterien vorgeschädigt wurde.

 

Was muss ich also tun, um meine «Schlankmacher-Bakterien» zu fördern?

Ganz einfach, kalorienarme, nähstoffreiche Pflanzenkost, (oder als komprimiertes Konzentrat) für 1-2 Wochen essen. Reich an Pflanzenfasern, reich an pflanzlichem Zellmaterial, das quellfähig ist. Die Folgen davon sind

  • die Harmonisierung des Säure/Basen-Haushaltes,
  • die körpereigene Entgiftung im Darm und im Körper wird verstärkt und
  • gesunde Darmbakterien können mit dieser Nahrung wachsen.

 

Olivenbaum von nazar-hrabovyi-776619-unsplash

 

Dafür ist das richtige Milieu im Darm nötig. Man hat herausgefunden, dass Milchsäure vergorene Produkte am besten helfen, die guten Bakterien im Darm wieder aufzubauen. Das wissen wir Ärzte schon sehr lange, haben es aber ein bisschen „vergessen. Unsere Swiss QUBE sind übrigens gepresste Pflanzenkonzentrate, die man auch als Kur anwenden kann, um das Wachstum der gesunden Darm-Bakterien explodieren zu lassen. Aber ich möchte hier keine Werbung machen ;) und selbstverständlich könnt ihr auch natürliche pflanzliche Nahrung zu euch nehmen. Es ist halt etwas aufwändiger.

Verglichen mit dem reifen Kompost, bringt der Baum enorme Früchte im Folgejahr Ich habe es bei meinem Olivenbäumen ausprobiert und war jedesmal (trotz meiner Überzeugung) verblüfft, wieviele Oliven wir bekamen. Zusätzlich war der Baum gut imun gegen Schädlinge. Lasst uns also den Darm zuerst wieder mit «Kompost» gesund werden, um dann endlich abzunehmen. Ich wünsche euch viel Erfolg dabei.

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„Hier schreibe ich spannende und aktuell relevante Beiträge. Diese basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie aus jahrzehntelanger ärztlicher Tätigkeit. Zur besseren Verständlichkeit habe ich Fachwörter vermieden, dafür aber die Beiträge in einer gewissen Lässigkeit geschrieben.“

Dr. med. Frank Schulze M.Sc.
Ganzheits- und Ernährungsmediziner