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Stress sabotiert das gesunde, schnelle und nachhaltige Abnehmen.

Stress sabotiert das gesunde, schnelle und nachhaltige Abnehmen.

Wussten Sie das schon?

Bei Stress nehmen Sie zu – und beim Workout und extremen Joggen auch.

Wir Sport- und Ernährungsmediziner mussten dazu lernen. Früher waren wir auch bei uns selbst der Ansicht, dass Bewegung, egal wie intensiv, auf alle Fälle zum Abnehmen führt.
Wir mussten lernen, dass das nicht so ist. Unser Körper hat andere Regulations-Mechanismen durch die menschliche Evolution verliehen bekommen.

Mit welcher Methode kann man heute Stress messen?

Die einzige Messmethode ist bislang die Messung der Herz-Raten-Variabilität (HRV). Diese Messung kommt aus der Sportmedizin und hält nur sehr langsam Einzug in der klassischen Medizin, wie auch in der Komplementärmedizin. Aus dieser Messung können bestimmte Parameter zur Stressbelastung – und natürlich auch zum Thema Erholung – ausgelesen werden.

Ich persönlich bevorzuge eine zweimal tägliche Messung von je 4 Minuten (am Morgen und am Abend) über mindestens 10 Tage. Eine EKG-Ableitung über einen Brustgurt, der für die je 4 Minuten getragen wird, weitergeleitet in eine Cloud und dann grafisch ausgewertet. Die Daten sind für den User mittels Cloud-Zugang sowohl mobil als auch auf dem Desktop einsehbar.

Welche Werte sind sichtbar und wie interpretiere ich sie?

Am wichtigsten ist …

  1. die morgendliche Regeneration. Diese sollte im Schnitt zwischen 90 und 110 % liegen.
  2. die Stressintensität während des Tages und über die Gesamtmessung in %.
  3. das biologische Alter (BioAge) in Jahren.
  4. die parasympathische Reserve in %.

Aus diesen 4 Werten lässt sich sehr gut die vegetative Situation (Stress-Situation) einer Person ermitteln.

Da die Anwender den Gurt zu Hause anlegen können, und die Daten in der Cloud landen, können sie natürlich ihre Wahrnehmung mit der Messrealität vergleichen.
Die meisten Personen meinen eine viel höhere Regeneration zu haben, als sie tatsächlich haben (höher, weiter, schneller Typen). Der Wert der Stressintensität resultiert aus der besonderen Regelmässigkeit des Herzschlages, also wenig Variabilität, so wie bei Leistungssportlern. Die haben unter Leistung auch einen sehr regelmässigen Herzschlag.

Vor ca. 15 Jahren sagte ich zu meinen Patienten mit einem regelmässigen Herzschlag, «es schlägt wie ein Schweizer Uhrwerk» = ganz toll. Blödsinn! Wenn die Abstände zwischen den Herzschlägen wenig variieren, also wenig variabel sind, ist der Tod nahe, sagt die chinesische Medizin. Das ist richtig, wie wir heute wissen – und lernen mussten.

Richtig – ein junges oder gesundes Herz schlägt in kleinen, unregelmässigen Abständen.

Häufig haben die gestressten und wenig selbstwahrnehmenden Personen ein hohes biologisches Alter, kalendarisch 42 und biologisch 76 ist heute eher die Regel als die Ausnahme.
Heisst: Die Person lebt massiv über ihren Verhältnissen und braucht ihre Reserven auf.
Die Reserven stellen die Stresswiderstandsfähigkeit dar, also wie elastisch eine Person auf körperlich-geistig-emotionale Belastung reagiert.

«Ach, ich bin doch, fit. Hab mir den Jetlag schon abtrainiert». Nein das Stressniveau bleibt viele Tage hoch! Und zum «Ausgleich» ein Workout oder Joggen nach der Uhr, dann steigt der Stress über 100%.

Was hat das mit dem Vegetativum mit dem gesunden Abnehmen zu tun?

Eine andere Bezeichnung für Vegetativum ist auch das «autonome Nervensystem» (ANS) oder das «vegetative Nervensystem» (VNS). Das bedeutet, dass alle Zielorgane und Regulationssysteme autonom, also automatisch sich selbst steuern. Es hat also sein Eigenleben und eigene Steuerungsgesetze, die wir selten wahrnehmen wollen.

http://physiologie.cc/Auton_NS_18.jpg 

Das VNS ist in 2 Teilen angelegt:

  1. den Sympathikus der er- oder anregende Teil, der zur Ausschüttung von Stresshormonen aus den Nebennieren führt.
  2. der Parasympathikus der entspannende beruhigende Teil

Beide werden über die Sinneswahrnehmungen wie hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen getriggert. Dazwischen liegt noch das «Bewertungssystem» in unserem Hirn, was dann zur Entscheidung 1. oder 2. führt.

Wieso stresst Workout, schnelles Jogging und Co?

Forcierte Atmung führt automatisch zur Ausschüttung von Stresshormonen, was ja auch richtig ist. Hat aber eine Person schon hohe Mengen Stresshormone im Blut, wird sich seine Stressintensität (siehe oben HRV) noch weiter erhöhen. Die möglichen Folgen habe ich im letzten BP beschrieben. Die in unserer Zeit häufigste Erscheinung ist das Burnout-Syndrom als Ergebnis von fortwährendem und sich immer weiter kumulierendem Stress.

Warum nimmt man bei Stress zu, was steckt dahinter?

Stress verursacht noch mehr Stress

*Cortisol + Adrenalin sind Stresshormone

Swiss-QUBE

Swiss-QUBE

Kurzgefasst: Stress => Stresshormone => Blutzuckerspiegel steigt => Insulinanstieg

Insulin ist ein Schlüsselhormon, auch zuständig für die Einlagerung von Fettsäuren in die Fettzellen. Ist diese voll, bilden sich neue Fettzellen… Der Bauchumfang wächst.

Abgesehen vom Ess- und Trinkverhalten bei Stress. Denken Sie nur an die Süssigkeiten, an die versüssenden Cocktails, die wiederum den Insulinspiegel erhöhen und das nachhaltige gesunde Abnehmen automatisch verhindern.

Trotz eines erhöhten Grundumsatzes beim Sport kann die durch Stress entstandene Spirale nicht durchbrochen werden. Abgesehen davon blockiert der dabei entstehende Kumulationseffekt von Stresshormonen den Stoffwechsel. Der ja nun mal zuständig ist für Auf- und Abbau von den Fettzellen.

Wie kommen wir da wieder raus und finden zu einer stabilen Gesundheit?

In meinem letzten BP «Digitale Stressfalle» habe ich meine Erfahrungen zur Lösung schon vorgestellt. Trotzdem möchte und muss ich nochmals darauf hinweisen, dass es in unserer eignen Verantwortung liegt, etwas zu verändern. Der Perfektionismus unserer Zeit, die multimedialen Ablenkungen, unsere wachsende Unfähigkeit bezüglich unserer fürsorglichen Selbstwahrnehmung und Abgrenzung werden den Anstieg der Stresshormone weiter pushen.

Was sind die Schritte?

Sich fragen, ob man gestresst ist.

  1. Konzentrationsstörungen
  2. Schlafstörungen
  3. Verdauungsstörungen
  4. Kopfschmerzen/Migräne
  5. Herzrasen oder Rhythmusstörungen
  6. Nachtschweiss …

Anerkennen und dann etwas tun.

  1. HRV Messgerät mieten und das eigene Empfinden mit der Messung vergleichen (lernen).
  2. Wahrnehmung, was von aussen stresst und welche Verhaltensmuster von innen stressen.
  3. Digital-Abstinenz (rigoros). Nutzen Sie das Medium ausschliesslich minimalistisch.
  4. Fasten, ohne zu hungern, denn auch die Essgewohnheiten können durch Entzündungen unseren Körper enorm stressen.
  5. Alkohol-Abstinenz.
  6. Sport ausschliesslich im regenerativen Bereich
    Puls für regelmässig Sport Treibende: max. 110/min.
    Puls für nicht regemässig Sport Treibende: max. 95/min.
  7. Im flotten Schritt Spazierengehen, und das 2x am Tag für je 20 Minuten, baut Stress ab.
  8. Schrittweiser Stressabbau durch fürsorgliche Selbstwahrnehmung,
    «Was tut mir wirklich gut und was tut mir nicht gut». Auswählen und u.U. eliminieren.
  9. Falls Sie immer wieder in die gleiche Falle tapsen sollten, suchen Sie sich einen Coach oder «Seelen-Klempner». Gehen sie mal an, was da schon ewig vor sich hin schwelt.
  10. Seien Sie mutig, bleiben aber trotzdem gelassen. Veränderung braucht Zeit. Ein neues Verhalten will bis zu 6 Monaten geübt werden, bis es sich im Hirn neu «eingeschliffen» hat.
  11. Finden Sie zu ihrer kindlichen milden Blauäugigkeit zurück, die die Zukunft rosarot sieht.

So werden Sie nachhaltig und gesund abnehmen.

Ich bin ganz sicher, dass Sie das hinbekommen werden und Freude an der Veränderung haben.
Aber bitte: Ihre Geduld und Ausdauer sind dabei ganz wichtig.

Was meinen Sie zu diesem etwas umfangreicheren Blogpost, spricht Sie das Thema an?

Die Fortsetzung habe ich schon vorbereitet:
«Wie lässt Stress Grippe entstehen, und wie kann man sie am einfachsten heilend beeinflussen?»

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„Hier schreibe ich spannende und aktuell relevante Beiträge. Diese basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie aus jahrzehntelanger ärztlicher Tätigkeit. Zur besseren Verständlichkeit habe ich Fachwörter vermieden, dafür aber die Beiträge in einer gewissen Lässigkeit geschrieben.“

Dr. med. Frank Schulze M.Sc.
Ganzheits- und Ernährungsmediziner