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Ernährung bei Depression: Das können Sie tun

Ernährung bei Depression
Geschrieben von Dr. med. Frank Schulze M.Sc. am November 19, 2020 in Ernährung

Ernährung bei Depression: Das können Sie tun

Schon seit tausenden von Jahren beschäftigen sich Forscher mit Nährstoffen für die Seele. Essen wirkt zweifelsohne auf unser Befinden aus. Schon Hippokrates war sich sicher: 

«Was wir essen, bestimmt unser Gemüt.»

Depressionen sind auf dem besten Weg in Richtung Platz 2 der Volkskrankheiten. Deshalb interessieren sich immer mehr Ernährungswissenschaftler mit der Frage, ob Ernährung bei Depression helfen oder diese sogar vorbeugen könnte.

Kann unsere Ernährung bei Depression helfen? Wenn ja: Inwieweit? Diese und noch weitere Fragen beantworten wir in diesem Beitrag. 

Was passiert bei einer Depression?

Vereinfacht beschrieben: Leiden Menschen an einer Depression, dann geraten deren Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht. Im gesunden Zustand sorgen diese Botenstoffe unter anderem dafür, dass wir Freude empfinden, uns auf Aufgaben fokussieren können und wir uns ausgeglichen fühlen. Ein Mangel an diesen Stoffen führt zu Apathie, Schlafstörungen, Schlappheit, Gereiztheit und zu psychischen Erkrankungen. Kurz gesagt: Wir brauchen diese Botenstoffe unbedingt, damit wir unseren Alltag bewältigen können. 

Die im Zusammenhang mit Depressionen bekanntesten Botenstoffe sind Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Um jene herstellen zu können, benötigt unser Körper bestimmte Aminosäuren und Nährstoffe. Diese müssen wir über Nahrung zu uns nehmen – was die anfängliche Frage zumindest teilweise bereits beantwortet. 

Zurück zur Eingangsfrage:

Können wir den Verlauf einer Depression durch unsere Ernährung beeinflussen?

Die Wissenschaft sagt klar: Ja. 

Wie genau Ernährung und Psyche zusammenhängen, ist noch nicht bis ins kleinste Detail erforscht. Was man aber weiss: Der Zusammenhang besteht. Wir können unser psychisches Wohlbefinden mit unserer Ernährung beeinflussen.

So beeinflusst eine Depression unser Gewicht

Leidet ein Mensch unter einer Depression, verändert sich dessen Appetit. Während den einen der Appetit wortwörtlich vergeht, verlieren sich andere in einer starken Heisshungerspirale. So nehmen erstere stark ab und geraten in eine Unterversorgung von Energie und Nährstoffen. Letztere nehmen zu und lenken sich mit Essen als Seelentrost ab. 

Beide Extreme sind für unseren Organismus fatal, denn damit unsere Psyche heilen kann, braucht der Körper vor allem Balance. Bei einer Depression geraten Essen und Trinken häufig aus dem Takt. Deshalb gilt es, eine gesunde Ausgewogenheit zu finden und Essen als Genuss wiederzuentdecken. 

Zudem begünstigen Medikamente gegen Depression sehr oft Gewichtsveränderungen, da manche Arzneistoffe direkt in die Appetitregulierung oder den Zuckerstoffwechsel eingreifen. Auch dieser Aspekt sollte unbedingt bedacht werden. 

Ernährung bei Depression: Das hilft

Bei einer Umstellung auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung handelt es sich immer um eine Ergänzung (!) der Behandlung. Eine Psychotherapie wird dadurch nicht ersetzt.

So können Sie Ihren Körper durch Ernährung wieder ins Gleichgewicht bringen. 

  1. Sorgen Sie für eine feste Mahlzeitenstruktur
    Essen Sie am besten drei Hauptmahlzeiten und verzichten Sie auf ein Naschen zwischendurch. Sehr gute Helfer können hier Wochenpläne und Einkaufslisten sein. Vielleicht kennen Sie jemanden in Ihrem Umfeld, der Sie dabei unterstützt regelmässig frisch und gesund zu kochen. 
  2. Essen Sie achtsam und mit Genuss. Nehmen Sie sich Zeit und geben Sie Ihrem Körper, was er braucht. 
  3. Reduzieren Sie jede Art von Zucker und zählen Sie stattdessen auf Vollkornprodukte und pflanzliche Proteine. 
  4. Gemüse, Obst und Kräuter bieten Ihnen entzündungshemmende sekundäre Pflanzenstoffe. 
  5. Omega-3 hilft Ihrem Körper beim Kampf gegen Entzündungen 
  6. Schaffen Sie sich für «die dunklen Tage» eine kleine, gesunde Notfallration an Trockenfrüchten, dunkler Schokolade und Gemüsechips. 
  7. Trinken Sie bevor Sie Durst bekommen. Zwei Liter am Tag an Wasser und ungesüssten Tees sind ideal. Von zuckerhaltigen Getränken raten wir Ihnen ab.

Eine gesunde Ernährung bei Depression hilft, aber heilt nicht 

Eine gesunde Ernährung hilft Ihnen bestimmt dabei, Ihre Balance wiederzufinden. Zudem stehen die Zeichen gut, dass diese in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Prävention von Depressionen spielen wird. 

Aber: Wenn Sie an einer Depression leiden, wird gesundes Essen alleine Ihre Erkrankung nicht heilen.

Eine gesunde Ernährung bei Depression ist als Ergänzung einer Therapie zu sehen. 

Depressionen und ihre Symptome müssen auf jeden Fall ernst genommen und behandelt werden. Versuchen Sie nicht sich selbst zu therapieren, sondern setzen Sie auf professionelle Hilfe. Diese in Zusammenhang mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmässiger Bewegung wird dafür sorgen, dass wieder vermehrt Licht in Ihr Leben kommt und die dunklen Tage weniger werden. 

Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Balance, 

Herzlichst,

Ihr

Dr. Frank S. 

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„Hier schreibe ich spannende und aktuell relevante Beiträge. Diese basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie aus jahrzehntelanger ärztlicher Tätigkeit. Zur besseren Verständlichkeit habe ich Fachwörter vermieden, dafür aber die Beiträge in einer gewissen Lässigkeit geschrieben.“

Dr. med. Frank Schulze M.Sc.
Ganzheits- und Ernährungsmediziner