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Entzündungen eindämmen und das Immunsystem stärken?

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Geschrieben von Dr. med. Frank Schulze M.Sc. am Februar 14, 2020 in Entgiften Entsäuern Ernährung

Entzündungen eindämmen und das Immunsystem stärken?

Entzündungen eindämmen durch Omega-3-Fettsäuren wie DHA und EPA?

Geht das wirklich?

Wie wird das Immunsystem durch Entzündungen geschwächt? Welchen Einfluss hat dabei die Ernährung?

Wie schon in früheren Beiträgen erwähnt, befindet sich der grösste Teil des Immunsystems im Darm. Etwa 85% des gesamten Abwehrsystems sitzt da. Und es gibt dort eine unglaublich grosse Anzahl von Abwehrzellen, die kontinuierlich unsere aufgenommene Nahrung auf Allergene checken. Handelt es sich dabei um Nahrungsmittel, die nicht gut für unseren Körper sind, gibt es eine allergische Reaktion. Der wichtigste Teil dieses Abwehrsystems sind die Darmbakterien, die ein bestimmtes Milieu im Darm erzeugen.

Wenn es an bestimmten Bakterienarten mangelt, wird das Immunsystem des Darmes in ständige Alarmbereitschaft versetzt. Die Folge ist ein Flächenbrand, der einfach nicht gelöscht werden kann. Es entsteht eine Dauerentzündung. Der daran Leidende sie jedoch meist nicht wahr (unbemerkte Entzündungen – «silent inflammation»).

Was ist die Folge einer Dauerentzündung im Darm?

Stellen wir uns zwei leistungsstarke PKWs mit jeweils 100 PS vor. Die zwei Autos müssten im Prinzip die gleiche Leistung auf die Strasse bringen. Das eine Fahrzeug «leidet» aber unter einer defekten Einspritzpumpe und abgefahrenen Reifen. Das andere ist in einem perfekten Zustand.
Eine Dauerentzündung an der Darmschleimhaut raubt Leistung und Energie, denn die Abwehrarbeit des Immunsystems verbraucht sie. Bei der grossen Oberfläche der Darmschleimhaut von ca. 250 Quadratmetern ist das leicht vorstellbar.

Wie wirkt sich diese Entzündung aus, zu welchen Symptomen oder Krankheiten führt das?

Das Geschehen an der Darmschleimhaut und dessen Immunsystem ist sehr komplex und soll für Interessierte weiter unten im Blogpost beschrieben werden. Die Folge ist auch eine hohe Histamin Konzentration im Bereich des Darmes.

Lokale Wirkung:

  • Verdauungsstörungen
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • bei länger anhaltender Entzündung steigt die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut
  • allgemeine Allergieneigung auf Lebensmittel wie Milch oder Mehlprodukte
  • hohe Histamin Konzentrationen

Wirkung auf den Körper:

  • allgemein reduzierte Immunabwehr
  • erhöhter Juckreiz und Rötung der Haut
  • Neigung zu entzündlichen Geschehen in den Gelenken (z.B.in den Fingern)
  • Muskelschmerzen und «Steifigkeit»
  • weitere Folgeerkrankungen bei chronischer Entzündungsbelastung:

Die von der chronischen und nicht bemerkten Entzündung im Darm können sich die verschiedensten Erkrankungen entwickeln:

  • Arteriosklerose
  • Herzerkrankungen
  • Diabetes Typ II
  • Schlaganfall
  • Morbus Alzheimer
  • Multiple Sklerose
  • Depressionen
  • Krebs

Dies sind die aktuellen Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung. Wir können heute davon ausgehen, dass noch weitere bisher unbekannte Zusammen-hänge bekannt werden.

Wie lassen sich solche Entzündungen im Körper nachweisen?

Um sie im Darm nachzuweisen, also weitestgehend lokal begrenzt, muss eine Stuhlprobe in spezialisierten Labors untersucht werden. Zum Beispiel der Selbsttest von Medivere:

Im Körper, wenn sich die Entzündungsproteine schon im Körper verteilt haben, lässt sie sich mit einer Blutprobe der CRP-Wert (C-reaktives Protein) bestimmen.

https://www.netdoktor.ch/laborwerte/crp-8462 

Ist dieser Wert erhöht, kann man davon ausgehen, dass sich im Körper auch noch an anderen Orten Entzündungen entwickelt haben, die aber fast immer vom Darm ausgehen. Dies hat eine grosse Bedeutung, denn das Organ mit der grössten Oberfläche ist somit wohl ursächlich immer mit Krankheiten aller Art verbunden. Diese Tatsache ist leider bei vielen Ärzten noch nicht angekommen, da sie häufig nicht nach der Ursache einer Krankheit fragen. Da würden sie fast immer auf den Darm und die Ernährung stossen.

Was tun, wenn eine unbemerkte Entzündung bestätigt wird?

Die Frau eines von mir sehr geschätzten Professors für Gefässchirurgie litt trotz ihrer regelmässigen sportlichen Betätigung als Fitnesstrainerin unter massiven Gelenkentzündungen und Schmerzen in den Händen und Fingern.
Nach einem kurzen Gespräch mit ihr stellte sich heraus, dass sie sehr viele entzündungsfördernde Nahrungsmittel zu sich nimmt.
Ein kompletter Verzicht und eine Umstellung auf nicht entzündungsfördernde Nahrungsmittel liess die Beschwerden vollkommen verschwinden. Auch die regelmässig aufgetretenen banalen Virusinfektionen traten nicht mehr auf.

Gibt es Medikamente gegen Entzündungen?

Es gibt Medikamente, die kein Kortison enthalten und den Ablauf einer Entzündungskaskade unterbrechen.
Ausserdem setzt man auch Kortison und andere heftigen Medis gegen Entzündungen ein. Leider sind diese nur Symptom-unterdrückend. Sie haben keine Wirkung auf die Ursache der Entzündung. Sie funktionieren gut, meist aber eben nur vorrübergehend, weil wie schon gesagt….

Wie kann man sich bei Entzündungen ernähren?

Entzündungsfördernde Lebensmittel sollte man meiden.

Entzündungshemmende Lebensmittel bevorzugen.

Swiss-QUBE-Blog-antientzündliche-Ernährung

Eine antientzündliche Ernährung setzt sich hauptsächlich aus pflanzlicher Kost zusammen, darf ein bis dreimal wöchentlich auch tierische Produkte enthalten.

Fisch liefert in dem Zusammenhang auch die notwendigen Omega-3-Fettsäuren, die EPA und DHA enthalten. Wofür DHA wichtig ist können Sie hier lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Docosahexaens%C3%A4ure

Auch bestimmte kaltgepresste Öle, wie z.B. Leinöl oder Algen-Öl, liefern die besonders antientzündlichen Fettsäuren DHA und EPA und sind vegan.

Der Reichtum an Ballaststoffen fördert das Wachstum der wichtigen Darmbakterien.
Auch Milchsäure fermentierte Gemüse enthalten die wichtigen Laktobazillen und fördern das Wachstum von Bifidobakterien. Diese beiden Bakterienarten sorgen für ein gutes Milieu im Darm du tragen auch zu einer Reduktion von Entzündungen bei.

Gibt es natürliche Mittel gegen eine allgemeine Entzündung?

Omega-3-Fettsäuren in Kapseln aus Fischöl oder aus Algen-Öl haben eine sehr gute Wirkung gegen entzündliche Prozesse. Der hohe Gehalt der Fettsäuren EPA und DHA wirkt nicht nur antientzündlich, er verbessert auch die Hirnleistung.

Weitere Entzündungshemmer sind:

  • Kurkuma
  • Weihrauch

Je nach Situation und Bedarf ist es immer wichtig, sich antientzündlich zu ernähren. Das entspannt die entzündliche Situation

  • im Darm,
  • reduziert die Entzündungsproteine im Körper,
  • stärkt damit das Immunsystem.

Klingt das einfach? Ist es auch! Nicht nur Krankheit an der Ursache zu heilen, sondern auch als Mittel die Gesundheit zu erhalten.

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„Hier schreibe ich spannende und aktuell relevante Beiträge. Diese basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie aus jahrzehntelanger ärztlicher Tätigkeit. Zur besseren Verständlichkeit habe ich Fachwörter vermieden, dafür aber die Beiträge in einer gewissen Lässigkeit geschrieben.“

Dr. med. Frank Schulze M.Sc.
Ganzheits- und Ernährungsmediziner