Die digitale Stressfalle – Handy und Co.

Geschrieben von Roberto Schulze am Januar 9, 2020 in Entgiften Entsäuern Ernährung

Die digitale Stressfalle – Handy und Co.

«… keine Knechtschaft ist erbärmlicher als die selbst auferlegte.»
Seneca. Moralische Briefe 47.17 (ca. 62 n.Chr.)

Können Sie einen Tag ohne digitale Geräte auskommen?
Können Sie dem Drang widerstehen eine WhatsApp-Nachricht oder eine Email anzuschauen oder gar zu schreiben? Oder stecken Sie mitten in der digitalen Stressfalle?

Gestresste Personen können nicht:
Gesund und schnell abnehmen. Ihr Körper kann nicht ausreichend entgiften und entschlacken.

Jede Medaille hat immer zwei Seiten, warum lassen wir uns nur von der einen verführen?

Ganz allgemein gesagt, bringt die Digitalisierung Arbeitserleichterung, verbessert die Lebensgewohnheiten der Menschen. Die soziale Resonanz wird erleichtert und ermöglicht.
Auch wenn die Art der Kommunikation zugegebenermassen etwas flach wird, so war es noch nie so einfach, mehrere Personen in kurzer Zeit zu kontaktieren. Aber wir haben ja nicht nur das Handy mit all seinen vielfältigen Möglichkeiten wie SMS, WhatsApp, Skype, E-Mails, usw. Nein, da ist noch der Firmencomputer, die Aufgaben im Geschäft. Da sind u.U. Bildschirme, die unsere Aufmerksamkeit mit phänomenalen Bildern belegen. Und es gibt auch noch akustische Reize, wie Radio, Musikstreaming, usw.

Was passiert in unserem Gehirn bei Reizüberflutung?

Diese zentrale Schalt- und Koordinationsstelle muss all die Reize selektieren, filtern – und damit auch dauernd hin- und herschalten. Dies ist sehr erschöpfend und verbraucht Ressourcen. Damit ist die notwendige Leistungstiefe bei der Arbeit oder eine Genusstiefe in der Freizeit nicht mehr möglich. Unser Gehirn ist zu Multitasking, wie SMS schreiben und gleichzeitig mit den Kindern spielen, nicht fähig!

Wie hängen äussere und innere Stressfaktoren zusammen?

Die äusseren Faktoren sind meist Arbeitsaufkommen, Zeitdruck, Informationsflut und Multitasking.
Zu den inneren Stressfaktoren zählt unter anderem die Angst, nicht genügend bzw. nicht perfekt zu sein.
Eine Mischung, die einen hohen Stresslevel erzeugt und meist zu chronischen Beschwerden führt. Da wir keine Bewältigungsstrategien in der Schule gelernt haben, entwickelt sich in uns ein Gefühl der Hilflosigkeit und ein grosses Fragezeichen, wie komme ich da wieder raus und wer ist hier eigentlich der Verantwortliche. Wir reagieren auf der Körper-, Gefühls-, Gedanken- und auf der Verhaltensebene.

Was passiert in solch einer Situation?

Stressreaktionen kosten unseren Körper enorm viel Energie. Schlafstörungen, Nervosität und Gereiztheit, Kopfschmerzen oder Migräne, Gliederschmerzen, Infektanfälligkeit, Durchfall/Erbrechen, Nachtschweiss usw. sind in der Regel Symptome unseres Körpers, der überlastet ist. Wir versuchen dann mit Naschen oder besonders gutem und reichlichem Essen, guten Weinen oder anderen Alkoholika, meist mit reichlich Nikotin dem entgegen zu wirken. Andere Varianten, nicht weniger gefährlich, sind dann Workouts oder Extremsportarten, die unseren Körper noch stärker stressen als ein gemütliches Glaserl Wein.
Gestresste Personen haben einen hohen Cortisol- und Adrenalinspiegel. Diese beiden Stresshormone blockieren die Fettverbrennung, die gesunden Darmbakterien. Sie machen sauer. Auch das Detoxen der Körperzellen wird verhindert.

Sollte man zum Arzt gehen und was kann der machen?

In der Regel behandeln wir Ärzte Patienten mit solchen Beschwerdebildern eher symptom-bezogen. Sicher aber werden wir der Situation der Menschen, die da zu uns kommen nicht gerecht. Geht auch nicht, denn wir können nichts an den äusseren Stressoren und noch weniger an den inneren Stressoren  ändern. Symptommildernd können wir einwirken. Ärzte mit analytischen Fähigkeiten könnten mit ihren Patienten zusammen die Lebens- und Arbeitssituation betrachten.

Wie entsteht die digitale Abhängigkeit bis hin zur digitalen Sucht?

Das geht über das neuronale Belohnungssystem. Jeder Blick auf das Handy löst für das Belohnungssystem eine Dopamindusche aus. Regelmässige Dopaminduschen führen eben zur Abhängigkeit oder auch zur Sucht. Ausserdem müssen wir tagtäglich etliche Entscheidungen treffen, die wir glauben, mit mehr Detailwissen besser treffen zu können. Leider ist das nicht so. Die meisten – und immer wieder auch die richtigen Entscheidungen – werden intuitiv getroffen. Sie brauchen eine positive Grundannahme, milde Blauäugigkeit.

Wie profitieren Google, FB, Instagram und Co. davon?

«Der Wert dieser Unternehmen oder Ihrer Apps bemisst sich an deren Fähigkeit uns Aufmerksamkeit zu stehlen» (Prof. Dr. med. V. Busch Medizinische Woche BadBad 2017)
Hier besteht die Knechtschaft, die wir uns selbst auferlegen. Wir können zu jeder Zeit abschalten. Ja, ja, ich weiss schon, es ist ja alles sooo wichtig. Nein, reflektierte und selbst fürsorgliche Menschen lassen sich nicht versklaven. Sie entscheiden autonom und selbstfürsorglich.

Wie kommen Sie wieder da wieder raus?

Mit wenigen Worten lässt sich das nicht so einfach abhandeln, nur so viel – und das wirklich aus meiner Erfahrung:

  1. Rigorose digitale Abstinenz in der Freizeit. Die Welt dreht sich weiter. Es passiert nichts,wenn Sie mal die Nase von dem ganzen Mist wegnehmen. Die digitalen Verlockungen lenken uns vom Denken und Reflektieren ab.
  2. Sollten Sie schon mal eine wirklich belastende Lebenssituation durchlebt haben, haben Sie das doch sicher mit dem Wissen des guten Ausganges gemacht. Bleiben Sie dabei. Die Dinge werden sich zu Ihren Gunsten regeln.
  3. Überprüfen Sie gut, ob Ihr äusserer Stress zum Positiven wandelbar wäre, und wie Sie Ihre innere Einstellung dazu vielleicht wandeln könnten?
  4. Fasten Sie mal wieder, ohne zu hungern. Das hebt den Selbstwert und bringt Sie Ihren emotionalen Problemzonen näher. Ausserdem baut es Stress ab und stärkt das Immunsystem. Der Stoffwechsel kann wieder aktiv werden und die Fettverbrennung einsetzen. Erst dann werden Sie wieder schnell und gesund abnehmen können. Der Körper kann wieder entgiften und «entsäuern»

Auf Ihre Rückmeldungen freue ich mich. Interessant wäre zu erfahren, wie Sie solche Situationen bewältigt haben.
Im nächsten Blogpost beschreibe ich, wie Sie gesund und schnell abnehmen.

Kommentar schreiben

„Hier schreibe ich spannende und aktuell relevante Beiträge. Diese basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie aus jahrzehntelanger ärztlicher Tätigkeit. Zur besseren Verständlichkeit habe ich Fachwörter vermieden, dafür aber die Beiträge in einer gewissen Lässigkeit geschrieben.“

Dr. med. Frank Schulze M.Sc.
Ganzheits- und Ernährungsmediziner