Fällt der Heuschnupfen dieses Jahr aus?

Geschrieben von Dr. med. Frank Schulze M.Sc. am Mai 26, 2019 in Ernährung

Fällt der Heuschnupfen dieses Jahr aus?

Die Gräser blühen zwar, aber der Regen verhindert den Pollenflug. Für viele Menschen ist das eine wirkliche Erleichterung. Da für die nächsten Tage schönes Wetter angesagt ist, kann es doch noch zu einem Pollenflug kommen. Die Gräser haben ihre Blütenstände schon getrieben, und damit könnte dann der Pollenflug einsetzen.

 

Warum nehmen die allergischen Reaktionen auf Gräser-Pollen so zu?

Es sind mehrere Ursachen zu nennen:
1. eine allgemeine Zunahme der Allergiebereitschaft bei uns Menschen,
2. in manchen Regionen trägt die Luftbelastung durch Abgase dazu bei,
3. das bei Menschen häufigere Vorkommen von entzündlicher Darmschleimhaut,
4. durch unpassende Ernährung ausgelöst und
5. die Zunahme der allgemeinen Stressbelastung.

So liesse sich die Ursachenliste immer weiterführen. Nach meiner Erfahrung sind dies die Hauptursachen für eine mehr oder auch weniger starke allergische Schleimhautreaktion in den Augen und der Nase.

 

Was könnten wir von der Ernährungsseite her dagegen tun?

Wie wir wissen, leiden viele Menschen unter einer chronischen, nicht spürbaren Entzündung der Darmschleimhaut (silent inflammation). Es ist logisch, dass sich durch die dauernde Ausschüttung von Entzündungseiweissen auf der Darmschleimhaut, z.B. bedingt durch entzündungsfördernde Nahrungsmittel, die Reizbarkeit durch Gräser-Pollen oder Ähnlichem in der Nase und den Augen erhöht.

 

Welche Inhaltsstoffe der Nahrung sind entzündungsfördernd?

Zu den entzündungsfördernden Inhaltsstoffen zählen Schwefel, Alkohol, Zucker, Weissmehl oder tierische Eiweisse, um nur einige zu nennen.

 

Muss ich diese Nahrungsmittel jetzt meiden?

Für alle, die zu allergischen Reaktionen neigen, macht es Sinn, solche entzündungs-auslösenden Nahrungsmittel stark zu reduzieren – oder gleich ganz zu meiden. Die Erfahrung zeigt, dass sich dadurch der Heuschnupfen wesentlich abschwächen lässt.

Wie sieht die optimale Ernährung bei Heuschnupfen aus?

Pflanzliche Kost kann das Immunsystem entscheidend entlasten. Denn die dauernde Entzündung der Darmschleimhaut führt zu einer stärkeren allergisierenden Sensibilität gegenüber z.B. Gräser-Pollen. Alkohol – insbesondere das Bier – sollte unbedingt gemieden werden. In der Regel erzeugt die Gerste im Bier zusammen mit dem Alkohol eine stärkere Allergiereaktion auf Pollen. Doch auch andere alkoholische Getränke verstärken die Allergiebereitschaft auf den Schleimhäuten.

Also:

  1. Reduktion der Darmschleimhautentzündung durch mehr pflanzliche Kost.
  2. Weniger Zucker und Mehlprodukte – vor allem die mit Konservierungsmitteln.
  3. Bei starkem Heuschnupfen können vorrübergehend Antiallergika Linderung verschaffen. Dennoch sollte man unbedingt ein Augenmerk auf die Ursachen richten (siehe Punkt 1).

 

Wirkt allgemeiner Stress verstärkend?

Unbedingt! Unsere Allergiebereitschaft erhöht sich durch Stress. Regelmässige Entspannung ist wichtig, um den Adrenalin- und Cortisolspiegel zu senken. Für viele Menschen ist gerade dies die wirkliche Herausforderung, zur Linderung der Beschwerden jedoch unbedingt nötig.

 

Welche Bedeutung hat die Zusammensetzung der Darmbakterien?

Wie wir heute wissen, sind die Darmbakterien Teil des Immunsystems. Bei einer gesunden Zusammensetzung der verschiedenen Bakterienarten wird das Immunsystem stabilisiert. Die Allergiebereitschaft sinkt.

 

Die Selbsthilfe nochmals zusammengefasst:

  1. In Heuschnupfenzeiten sollten Sie mehr pflanzliche Nahrung als tierische Nahrungsmittel zu sich nehmen,
  2. sollten Sie Alkohol, Weissmehlprodukte und Zucker meiden,
  3. sollten Sie Prä- oder Probiotika* anwenden, die zur Steigerung des gesunden Darmbakterien-Wachstums beitragen werden,
  4. sollten Sie unbedingt Stress durch Entspannung (z.B. Yoga) abbauen.

Heuschnupfen ist lästig bis krankmachend. Alle Reaktionen, die unser Körper entwickelt, kann er auch wieder zurückbilden. Wir müssen ihn durch «Entlastung»  einfach dabei unterstützen.

* Präbiotika = Milchsäureprodukte
Probiotika = Bifidobakterien und Laktobazillen

Ihr Dr. med. Frank Schulze M.Sc.

„Hier schreibe ich spannende und aktuell relevante Beiträge. Diese basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie aus jahrzehntelanger ärztlicher Tätigkeit. Zur besseren Verständlichkeit habe ich Fachwörter vermieden, dafür aber die Beiträge in einer gewissen Lässigkeit geschrieben.“

Dr. med. Frank Schulze M.Sc.
Ganzheits- und Ernährungsmediziner