Erzeugt Intervallfasten einen JoJo-Effekt?

Erzeugt Intervallfasten einen JoJo-Effekt?

Eine gute Frage, die man einfach mal mit nein beantworten kann. Dies trifft aber eben nur für Menschen zu, die nicht an Mangelernährung leiden.

Aber warum ist das so?

Viele kennen das von Diäten, kaum abgenommen, nimmt man danach wieder zu. Das zeitweise Reduzieren der Nahrungsmenge entspricht ganz genau unserer Stoffwechselphysiologie und ähnelt der das «Neandertalers». Diese Eigenheit wurde an den heutigen Menschen in seiner Genetik weitervererbt. War ein erlegtes Stück Wild verzehrt, ging man wieder auf die Jagd, bis man auf Wild traf dauerte es manchmal Tage. Also fasteten die Neandertaler im Intervall und kannten vermutlich auch kein Übergewicht, sie bewegten sich ja auch viel mehr.

Ist der Wechsel zwischen Nahrungs-Fülle und Mangel nicht ungesund?

Offensichtlich nicht, denn unsere genetische Veranlagung hat sich nicht geändert. Ganz im Gegenteil, Esspausen braucht unser Körper für seine Regenerations- und Regulationsprozesse. Die Annahme, dass wir immer regelmässig Nahrung aufnehmen müssen und sollten, stammt natürlich aus der Zeit als wir noch sehr viel mehr körperlich arbeiteten. Die Gewohnheit der drei Mahlzeiten war da überlebensnotwendig. Heute können wir uns mit gesunden und frischen Lebensmitteln, kalorienarm und trotzdem nähstoffreich ernähren.

Wie schaffe ich es, abzunehmen ohne JoJo-Effekt?

Man könnte mal eine oder zwei Wochen ganz monoton täglich zwischen 800 bis 1000 kcal essen und die sollten möglichst viele Nährstoffe enthalten. Ausprobieren kann man das und wie wir sehen machen das viele Tausend Menschen weltweit. Dabei haben sie festgestellt, dass sie

  1. mengenmässig wenig Nahrung zu sich genommen haben und
  2. sehr schnell merken wie einfach das ist und satt macht.

Warum wird der JoJo-Effekt so verhindert?

Unser Körper lernt sehr schnell, wenn er durch weniger Nahrung entlastet wird, werden die vorher blockierten Systeme (Insulinhaushalt, Entzündungsproteine, Entgiftung, Säure-Basen Gleichgewicht…) wieder aktiviert. Esspausen sind z.B. zeitweiser Nahrungsverzicht (12-14 Stunden) über Nacht oder die Kalorienreduktion tagsüber.
Ein Einstieg durch einen Reset der «Gewohnheiten» lässt auch unseren «Mind» schnell lernen. Alte Komfort-Gewohnheiten, die zu «Hüftgold» führten, werden durch neue Gewohnheiten ersetzt.

Womit sollte man sich nach den Esspausen ernähren?

In der Einstiegsphase (1-2 Wochen) nimmt man 800-1000 kcal mit reichlich Nährstoffen zu sich. Die letzte Nahrungsaufnahme sollte vor 18:30 sein. Dann kann man wieder gegen 7:30 beginnen, also 13 Stunden Nahrungspause! Natürlich kann man den Nahrungsbeginn auch weiter in den Vormittag verschieben, die Pausen werden somit immer grösser. Wer es versucht hat, schafft ganz leicht auch 16 Stunden nichts zu essen und nur zu trinken, vorausgesetzt man hat die Einstiegsphase konsequent eingehalten.

Kann man denn irgendwann wieder normal essen?

Ja sicher, nach ca. 6 Wochen hat der Körper sich so an die Veränderungen gewöhnt. Die Gewohnheit ist entscheidend, die regelmässige tageweise Wiederholung dieser Art der Ernährung entspricht der genetischen Veranlagung des Menschen. Damit wirkt es sich nur positiv auf die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit aus. Intervallfasten wird regelmässiger Bestandteil in unserem Leben.

Nulldiäten und nicht gut geführtes Fasten können zum JoJo-Effekt führen. Eine durchdachte Abfolge von bestimmten Phasen entspricht aber unserer Genetik und verhindern dies.

„Hier schreibe ich spannende und aktuell relevante Beiträge. Diese basieren auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie aus jahrzehntelanger ärztlicher Tätigkeit. Zur besseren Verständlichkeit habe ich Fachwörter vermieden, dafür aber die Beiträge in einer gewissen Lässigkeit geschrieben.“

Dr. med. Frank Schulze M.Sc.
Ganzheits- und Ernährungsmediziner